Kaufberatung für Grafikkarten

Wer eine neue Grafikkarte kaufen will, steht – wie immer bei Einkäufen – vor der Preisfrage. Und diese Preisfrage lässt sich nur dann beantworten, wenn klar ist, welche Aufgabe die neue Grafikkarte erfüllen soll. Denn allein das persönliche Einsatzgebiet des Nutzers entscheidet darüber, welche Kriterien beim Kauf wichtig sind. Und damit auch, welchen Betrag er für seine Grafikkarte hinblättern muss.

Die besten Grafikkarten von AMD

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1. ATI Radeon HD 6850 2. ATI Radeon HD5450 3. ATI Radeon HD5570 4. ATI Radeon HD6670

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Die altbackene Videokarte hat sich inzwischen zum digitalen Alleskönner gemausert. Bestand die Aufgabe einer Grafikkarte bis vor kurzem noch ausschließlich darin, Desktops, Fotos, Videos oder Spiele darzustellen, ist sie heute im Stande, dank GPGPU sehr viel anspruchsvollere Aufgaben zu lösen. GPGPU steht dabei für die direkte Programmierung des Grafikchips für die unterschiedlichsten Zwecke.

Möglichkeiten über Möglichkeiten

Da eine moderne Grafikkarte teilweise mit mehreren hundert stark spezialisierten, parallellaufenden Recheneinheiten ausgestattet ist, sind diesen Zwecken kaum noch Grenzen gesetzt. So können moderne Grafikkarten beispielsweise mit Hilfe der entsprechenden Software Ihr Urlaubsvideo in ein iPhone- oder DVD-Player-Format umwandeln und sind dabei teilweise um den Faktor 20 schneller als der bislang übliche Prozessor.

Auch bei der Grafikbearbeitung kann eine moderne Karte äußerst hilfreich sein. So nutzen Programme wie Adobes Photoshop z.B. die Fähigkeiten moderner Grafikkarten, um Bilder schneller zu zoomen oder zu drehen. Auch aufwendige Filter, ja sogar neue Versionen des Internetbrowsers beschleunigen ihre Arbeit mit Hilfe dieser Grafikkarte ganz erheblich.

Dabei ist für alle diese Tätigkeiten durchaus keine High-End-Karte erforderlich. Es reicht völlig aus, wenn beim Kauf eine kleine Reserve für Extraleistungen einzuplanen. Damit sind wir bei der Frage:

Welche Grafikkarte für welchen Zweck?

Kaum ein Computersegment wächst so schnell wie das der Grafikkarten – vom Einsteiger-Modell für unter 50,00 Euro bis zum blitzschnellen High-End-Modell in Gestalt von GeForce GTX 590 und ATI Radeon HD 6990 für ca. 600,00 Euro.

Angesichts dieser enormen Leistungs- und Preisspanne stellen sich zwangsläufig wichtige Fragen. Die wichtigste: Reicht die vorhandene Grafikkarte für aktuelle Spiele noch aus oder lohnt es sich, (endlich) eine neue zu kaufen?

Schauen wir uns die wichtigsten Anwendungsbereiche ein bisschen genauer an:

Office

Wie schon angedeutet: Für normale Büroarbeiten wie Texte schreiben oder Kalkulationen erstellen reicht die vorhandene On-Board-Lösung meist völlig aus. Das gilt auch dann, wenn Sie mit Fotos oder Grafiken arbeiten, sich DVDs anschauen und im Internet surfen. Selbst wenn Sie auf Ihrem Computer nur Videos bearbeiten, lohnt sich die Anschaffung einer teuren Grafikkarte kaum. Denn die meisten Aufgaben werden dabei von der CPU übernommen.

CAD

Falls Sie mit CAD-Programmen zur dreidimensionalen Darstellung aufwendiger Projekte arbeiten, sollten Sie sich jedoch für eine leistungsstarke 3D-Grafikkarte entscheiden. Denn hier kommen Sie ohne eine adäquate Menge an Grafikspeicher nicht aus.

Gaming

Aktuelle Spiele nutzen meistens die Microsoft-Programmierschnittstelle DirectX 11. Eine Grafikkarte, die die entsprechenden Funktionen unterstützt, berechnet das Spiel generell in einer besseren Grafik mit zusätzlichen Details und besserer Beleuchtung.

Weil moderne Spiele der Grafikkarte aber auch ein hohes Maß an Rechenleistung abverlangen, sind preiswerte Einsteigermodelle hier absolut fehl am Platz. Zumal Videokarten mit zu wenig Grafikspeicher den fehlenden Speicher vom vergleichsweise langsamen System-RAM abzweigen und das Spiel dadurch weiter verlangsamen.

Aus allen diesen Gründen sollte eine aktuelle Grafikkarte für den Game-Bereich mindestens 1 Gigabyte vorweisen, GDDR5 ist dabei langsameren GDDR3-Speichern vorzuziehen.

Als Schnittstelle zum Computer verwenden aktuelle Grafikkarten übrigens ausschließlich PCI-Express (PCIe). Zwar lassen sich auch ältere Rechner mit AGP-Schnittstelle noch mit neuen Karten aufrüsten, sinnvoller ist in solchen Fällen aber meist eine komplette Neuanschaffung. Ob mit AMD- oder Nvidia-Karte ist dabei fast egal, denn schnelle Grafikkarten bieten beide.

Was ist beim Kauf einer Grafikkarte zu beachten?

Eine Grafikkarte ist dafür zuständig, dass die PC-Signale optimal am Bildschirm ankommen. Die Leistung der Grafikkarte wird dabei in der Leistung ihres Grafikprozessors und in der Größe ihres Speichers angegeben. Entscheidend sind die Prozessorleistung und die Art des Speichers: SDRAM ist schneller als DDRAM.

Die auf den meisten modernen Mainboards steckende Grafikkarte ist für grundlegende Anwendungen absolut ausreichend. Wer also weder Fotos noch Videos bearbeiten will, ist damit bestens bedient. Für höhere Ansprüche ist allerdings eine zusätzliche Grafikkarte erforderlich.

Wer so eine neue Grafikkarte für ein aktuelles Videobearbeitungsprogramm oder ein neues Spiel benötigt, sollte darauf achten, welche Mindestanforderungen der Hersteller auf der Verpackung oder im Internet dafür angibt.

Ansonsten ist für die Tauglichkeit einer Grafikkarte eine Reihe von Kriterien zuständig, die man beim Kauf unbedingt beachten sollte.

Die Speicherausstattung

Die Speicherausstattung ist – zusammen mit Bildwiederholfrequenz und Farbtiefe – für die sog. “Auflösung” auf dem Monitor verantwortlich. Dabei gilt: Je höher die Auflösung, desto detailreicher die Darstellung des Bildschirminhaltes und desto größer der verfügbare Arbeitsbereich auf dem Bildschirm.

Um eines allerdings gleich vorwegzunehmen: Der Grafikspeicher wird üblicherweise erheblich überschätzt. Denn eine Grafikkarte benötigt weder für die Bildbearbeitung noch für den Videoschnitt viel dedizierten Grafikspeicher – und für Office und Internet schon gar nicht. Die mindestens 256 MB, mit denen moderne Karten ausgestattet sind, reichen dafür vollkommen aus. Nur Computerspieler und CAD-Anwender sind für jedes Megabyte dankbar, das sie mehr bekommen können.

Wer also mit seinem PC lediglich Emails schreibt und im Internet surft, kommt auch heute noch mit 32 bis 64 MB Speicher problemlos hin – und muss dafür im Computer-Zubehörhandel deutlich weniger als 100 Euro hinblättern. Doch solche Fälle sind selten geworden. Selbst für relativ einfache, besonders aber für etwas anspruchsvollere Spiele sind heute bereits 128 MB Speicher für bis 110,00 Euro erforderlich. Und wer auf ein wirklich flüssiges Spielerlebnis ohne “Granaten-Ruckler” und damit auf eine wirklich hohe Auflösung Wert legt, sollte sich für eine Karte mit 256 bit Interface und einer Leistung über 35 Frames fps (Frames pro Sekunde) entscheiden. Und die kostet dann – je nach Geschwindigkeit (Chip), RAM und Speicher – zwischen ca. 120,00 Euro und 600,00 Euro.

Die Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit einer Grafikkarte wird in erster Linie von ihrem Chip bestimmt. Da praktisch jedes halbe Jahr neue Chips auf den Markt kommen, ist es am sinnvollsten, sich anhand von Tests darüber zu informieren, welcher von ihnen derzeit die höchste Leistung bringt. Aktuelle Top-Chips sind zweifellos die beiden oben genannten Chips ATI Radeon HD 6990 und Nvidia GeForce GTX 590. Allerdings brauchen diese Boliden auch einen entsprechend schnellen Rechner – für die einen alten 1-GHz-Pentium sind sie absolut ungeeignet. Dazu ein Tipp: Das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet in der Regel nicht der schnellste, sondern der zweitschnellste Chip.

Die Anschlüsse

Eine aktuelle Grafikkarte sollte zwei Ausgänge haben: einen analogen und einen DVI-Anschluss. Auf diese Weise lassen sich problemlos zwei Bildschirme an einer Karte anschließen. Tipp: Damit Sie einen zweiten analogen Bildschirm an den digitalen Anschluss anschließen können, sollte unbedingt ein Adapter beiliegen. Tut er das nicht, bestellen Sie ihn am besten gleich mit.

Der Lüfter

Sobald sie voll belastet werden, können Grafikkarten unangenehm laut werden. Schuld daran ist der kleinen Lüfter für die Kühlung. Er dreht sich enorm schnell und entwickelt dabei deutliche Geräusche – vor allem dann, wenn sich im Laufe der Zeit viel Staub abgesetzt hat.

Falls Sie am Arbeitsplatz Ihre Ruhe haben wollen, sollten Sie sich deshalb für eine Karte mit passiver Kühlung und ohne Lüfter entscheiden – vorausgesetzt, die Karte arbeitet in einem geräumigen, gut gelüfteten Gehäuse. Solche passiven Kühler eigenen sich allerdings nur für Grafikkarten mit geringer Leistungsaufnahme, besonders für sogenannte HTPCs (Wohnzimmer-PCs). Sie leiten die Wärme direkt in das Gehäuse ab. Ein zusätzlicher 12-cm-Gehäuselüfter sorgt gegebenenfalls dafür, dass auf keinen Fall Hitzeprobleme auftreten.

Der Steckplatz

In der Beschreibung des Mainboards steht, welcher Steckplatz für eine zusätzliche Grafikkarte vorgesehen ist. Bei modernen Modellen ist das ein PCIe-Steckplatz, bei älteren der AGP-Standard. Weil eine High-End-Grafikkarte in einem älteren System sogar zur Bremse werden kann, ist bei der Auswahl unbedingt auch die Leistung des bestehenden Systems zu beachten. Denn Auflösung und Leistung sollten mit diesem unbedingt im Einklang stehen.

Demjenigen, der seinen älteren, aber nach wie vor gut funktionierenden PC wegen der vorhandenen, wesentlich langsameren AGP-Schnittstelle nicht gleich ausrangieren will, hilft ATi mit speziellen AGP-Modellen aus der Patsche. Obwohl sie nicht gerade zur gehobenen Klasse gehören, lassen sie auf dem alten PC dennoch einiges an Spielfreude aufkommen. So hat XFX z.B. eine Radeon HD 4650 mit 1024 MB GDDR2 auf den Markt gebracht, die dem älteren PC für weniger als 80,00 Euro wieder neues Leben einhaucht.

Die Ausstattung

Auch mit Blick auf die Ausstattung gilt es, vorher genau zu überlegen, wofür die neue Grafikkarte gedacht ist: Sollen zwei Monitore angeschlossen werden? Soll auch der Fernseher mit der Grafikkarte verbunden werden? Über welches Kabel wird der Monitor an die Karte angeschlossen? Passen die Stecker?

Und dann: Ist die Treibersoftware überhaupt noch aktuell? Der erste Schritt nach dem Einbau sollte unbedingt auf die Homepage des Herstellers führen, um von dort die aktuellen Treiber herunterzuladen und zu installieren.

Vorsicht bei Billig-Karten!

Bei Billig-Karten ist, wie bei anderen Produkten, so auch bei Grafikkarten Vorsicht geboten. Und zwar vor allem deshalb, weil sie häufig mit mehr Speicher werben als sie tatsächlich bieten. Steht auf der Packung z.B. “Turbocache” (meist mit einem Hinweis wie “Supporting 128Mb DDR” = unterstützt 128 MB DDR), so besitzt diese Karte nicht etwa – wie man annehmen möchte – die 128 MB Speicher moderner Grafikkarten, sondern lediglich 32-Bit Speicher. Um das auszugleichen und mehr RAM zu erzielen, greift die betreffende Karte auf den Hauptspeicher des PC zu und belastet damit Datenbus und Geschwindigkeit. Deshalb sind Turbo-Cache Grafikkarten deutlich langsamer als Grafikkarten mit voller Speicherbestückung. Bei reinen Büroarbeiten fällt das kaum ins Gewicht. Geht es hingegen um den Start aktueller Spiele starten, verwandelt sich das grafische Spektakel schnell in eine Art Diashow.

Fazit: Lieber ein paar Euro mehr ausgeben und eine Grafikkarte kaufen, die das Spektakel auch spektakulär präsentiert.

Alle Bilder wurden Amazon entnommen. Die vorgestellten Grafikkarten sind Empfehlungen der Redaktion.

Es gibt einen Kommentar für diesen Beitrag.

  1. Joshua sagt:

    Wenn ihr euch eine neue Grafikkarte kauft, solltet ihr unbedingt darauf achten, dass das Netzteil in eurem Computer genügend Power bringt. Viele Leute beachten dies nicht und wundern sich dann, das ihr PC nicht mehr angeht oder nach kurzer Zeit abschmiert. Dies muss besonders bei neueren Grafikkarten beachtet werden, da diese sehr viel Strom benötigen (bis zu 200 Watt). Des Weiteren sollte man beim kauf darauf achten, dass man ein Markennetzteil kauft. Billige Netzteile bringen oft nicht die eigentlich versprochene Leistung. Dies liegt daran, dass sie oft mit weniger Ampere Werten auf den verschiedenen Spannungsebenen laufen, vorallem auf der +12V Schiene. So kann man bei einem Vergleich zwischen einem billigen und einem Markennetzteil (beide 400 Watt) sehen, dass das billige nur 15A auf der wichtigen +12V Schiene bringt, währenddessen das teure bis zu 40A leisten kann. Ein Mittelklasse PC braucht schon zwischen 18 und 30A. Deshalb würde ich immer zum Kauf eines Markennetzteils raten, z.B. von der Marke BeQuiet. Diese sind zwar etwas teurer aber euer PC wird es euch unter anderem mit einer längeren Lebensdauer der Komponenten danken.

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